Fatima Serin - Presse
Saarbrücker Zeitung vom 16. März 2006

Orient und Okzident treffen sich im Tanz

Festival in der Waldorfschule begeisterte durch Rhythmik und Bewegung

Sylka Rubina
Foto: Becker & Bredel
Sylke Rubina riss mit ihrem Tanz beim Merhaba-Festival in der Waldorfschule Altenkessel die Besucher von den Stühlen.
Der Orientalische Tanz ist mehr als Bewegung. Er ist ein Kult-Tanz, der Geschichten in fließenden Bewegungen erzählt. Das Festival von Fatima Serin in Altenkessel führte in diese Welt.
VON SZ-MITARBEITERIN SIMONE HIEN

Altenkessel. Orientalische ästhetik hat einen Namen: Orientalischer Tanz, im Volksmund Bauchtanz genannt. Und im Saarland präsentiert ihn niemand so wie die überregional renommierte Tänzerin Fatima Serin. Den „Shimmy", das rhythmische Zittern der Hüfte und anderer Körperteile, beherrscht sie perfekt. Geschmeidig fließende Bewegungen zum Takt der Musik machen den Tanz zur Kunst. Dazu das Glitzern der opulenten Kostüme, die virtuose Percussion von Mehmet Badan & Friend: Es war ein Fest der Sinne, das die Gäste, wie bereits kurz berichtet, am vergangenen Samstag in die Kunst des Orientalischen Tanzes entführte. Der Festsaal der Waldorfschule war wieder einmal ausverkauft, als es zum dreizehnten Mal „Merhaba" (übersetzt: „Willkommen"), hieß. Orient und Okzident trafen sich auf Einladung der in der Türkei geborenen und in Saarbrücken lebenden Fatima Serin. Wie ästhetisch und anspruchsvoll der in der arabischen Welt „Raqs Sharqi" genannte Tanz ist, das zeigten hochkarätige Tänzerinnen und Tänzer aus aller Welt.

Der einzige männliche Tänzer, Ahmed Fekry aus Kairo, begeisterte das Publikum mit einem Derwischtanz aus Ägypten. Die Usbekin Schachlo zeigte Tänze aus Persien, Usbekistan und Afghanistan.

Kraftvoll und dynamisch präsentierte Sylke Rubina aus Berlin ihren einzigartigen Afro-Oriental. Sibel Nefa zeigte einen aus der maurischen Tradition Cordobas erwachsenen Spanisch-Arabischen Tanz. Mit viel Charme führte Helena Lehmann durch den Abend. Die weibliche Variante des Stocktanzes zeigte die Tanzgruppe Banat ei Hawat. An Eleganz jedoch nicht zu überbieten war der in geheimnisvolles Licht getauchte Schleiertanz Fatima Serins. Sinnlichkeit und Rhythmus zeigte sie beim klassischen, nur vom Trommelsolo begleiteten Tanz. Das will Fatima Serin auch vermitteln: „Orientalische Lebensfreude" eines Tanzes mit jahrhundertealter Tradition.